Darum ist Altersprüfung heute wichtiger denn je
Ob beim Kauf von Alkohol, Tabak oder beim Zugang zu Online-Angeboten wie Gaming, Streaming oder Social Media: die Altersverifikation ist ein zentrales Element des Jugendschutzes. Mit dem Wandel von Offline- zu Online-Kanälen und dem Trend zu Self-Checkout-Systemen steigen die Anforderungen an effiziente, rechtssichere und kundenfreundliche Lösungen. Neue Technologien wie die European Digital Identity Wallet (EUDI) eröffnen jetzt ganz neue Potenziale für Handel und Verbraucher.
Wann ist eine Altersverifikation vorgeschrieben? Wer muss prüfen?
Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) und der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) regeln, wann und wie eine Altersprüfung erfolgen muss. Grundsätzlich gilt:
Wer Produkte oder Inhalte mit Altersbeschränkung anbietet, ist zur Prüfung verpflichtet – sowohl im stationären Handel als auch online.
Typische Anwendungsfälle für Altersprüfungen sind:
- Online: Gaming, Sportwetten, Online-Supermärkte, Streaming/Medien. In Zukunft könnten auch Plattformen wie Spotify, große Social-Media-Dienste oder Angebote aus dem Bereich Erwachsenenunterhaltung betroffen sein.
- Offline: Verkauf von Alkohol und Tabak (z.B. in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen), Glücksspiel, Pyrotechnik.
Gesetzliche Vorgaben setzen einen Handlungsrahmen:
- Im E-Commerce ist eine zweistufige Altersverifikation Pflicht: beim Kaufabschluss (z. B. Ausweis-Upload, Foto-Ident) und bei der Zustellung (z. B. DHL Ident-Check). Eine einfache Checkbox („Ich bin über 18“) reicht nicht aus. Verstöße werden mit Bußgeldern bis zu 50.000 € geahndet.
- Im stationären Handel ist die Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises der Standard, digitale Verfahren sind zulässig, wenn sie verlässlich und manipulationssicher sind. Die Verantwortung für die Akzeptanz geeigneter Verfahren liegt beim Anbieter.
Wie relevant ist der Anwendungsfall „Altersverifikation“?
Ob stationär oder online – Altersverifikation ist ein zentrales Thema für Handel und E-Commerce. Sie betrifft Millionen von Transaktionen in jeder Woche und ist entscheidend für Compliance, Effizienz und Kundenzufriedenheit. Innovative, digitale Lösungen werden damit zum Schlüssel für nachhaltigen Erfolg.
Im stationären Einzelhandel ist die Altersverifikation längst ein geschäftskritischer Prozess. Alkoholische Getränke erzielen in Deutschland jährlich einen Umsatz von 11 bis 12 Milliarden Euro, Tabakwaren kommen – inklusive Automatenverkauf – auf weitere 25 bis 30 Milliarden Euro. Zusammengenommen machen diese Warengruppen rund 5 bis 7 Prozent des gesamten LEH-Umsatzes aus. Besonders bemerkenswert: In jedem zweiten bis dritten Warenkorb befindet sich mindestens ein altersbeschränktes Produkt.
Mit der zunehmenden Verbreitung von Self-Checkout-Kassen, die inzwischen in über der Hälfte der großen LEH-Filialen zu finden sind, steigt der Bedarf an effizienten, automatisierten Altersprüfungen. Die Kundenerwartung ist eindeutig: Laut einer Studie von EHI und KPMG würden 61 Prozent der Verbraucher eine automatische Altersverifikation begrüßen. Damit wird Altersverifikation von der regulatorischen Notwendigkeit zum Hebel für ein besseres Kundenerlebnis und effizientere Prozesse.
Auch im Onlinehandel gewinnt die Altersverifikation massiv an Bedeutung. Im deutschen E-Commerce wurden 2024 insgesamt 80,6 Milliarden Euro umgesetzt. Alkohol und Tabak sind zwar Nischenprodukte und gehören zu den am strengsten regulierten Warengruppen, verzeichnen aber dennoch jährliche Wachstumsraten von über 20 Prozent. Tabak und E-Zigaretten verzeichnen ebenfalls starke Zuwächse, insbesondere über spezialisierte Online-Shops. Für Händler heißt das: eine zuverlässige, digitale Altersverifikation ist unverzichtbar. Sie schützt vor rechtlichen Risiken, sichert die Einhaltung von Compliance-Vorgaben und verhindert Kaufabbrüche durch komfortable, kundenfreundliche Prozesse.
Wie läuft die Altersverifikation aktuell ab?
Im stationären Handel erfolgt die Altersverifikation meist klassisch durch eine Ausweiskontrolle durch das Personal oder per Ausweisscan am Terminal; bei Self-Checkout-Systemen ist in der Regel eine manuelle Freigabe durch Mitarbeitende erforderlich. Die Effizienz und das Erlebnis eines „Self-Checkouts” geht verloren, stattdessen kommt es zu Verzögerungen, Aufwand und enttäuschten Kundenerwartungen.
Im digitalen Bereich kommen zunehmend Ident-Verfahren wie Foto-Ident oder eID zum Einsatz. Entweder im Vorhinein in Kombination mit Programmen, beim Onboarding oder während des Einkaufkaufprozesses. Manche Lösungen validieren das Alter im Hintergrund mit Datenbankabfragen, was jedoch aus Transparenz- und Datenschutzperspektive von Kundinnen und Kunden häufig kritisch gesehen wird. Die Altersprüfung erfolgt also spätestens beim online Check-out – stets mit dem Ziel, den Prozess für die Kundinnen und Kunden möglichst bequem zu gestalten und Kaufabbrüche zu vermeiden.
Wie können EUDI-Wallets Altersverifikation vereinfachen?
Mit der Einführung von EUDI-Wallets eröffnet sich für Handel und Verbraucher ein völlig neues Niveau an Komfort und Effizienz bei der Altersverifikation:
- Digital: Kundinnen und Kunden haben künftig ihren amtlichen Ausweis digital auf dem Smartphone immer dabei. Mit nur wenigen Klicks auf dem Smartphone können sie so mit einer kurzen Bestätigung ihr Alter in Sekundenschnelle verifizieren.
- Datensparsam: Die Altersprüfung erfolgt mit den EUDI-Wallets stets datensparsam: Mit „Zero Knowledge Proofs“ bestätigen die Wallets verbindlich, dass die Person z.B. volljährig ist. Mehr Daten werden nicht übermittelt. Das erhöht die Sicherheit und schützt vor Datenmissbrauch auf allen Seiten.
- Vielseitig: Die EUDI-Wallets umfassen per Definition die verifizierte Identität aus dem Personalausweis und können darüber hinaus weitere Attribute wie Kundenkarten oder Zahlungsdaten bündeln. Damit wird nicht nur die Altersprüfung beschleunigt, sondern es können auch weitere Prozesse wie das Sammeln von Bonuspunkten oder das Bezahlen gleichzeitig stattfinden. Und für eCommerce- und Versandhändler kann direkt mit abgesichert werden, dass z.B. die Versandadresse zu der verifizierten Person gehört.

Gleichzeitig gibt es im stationären Handel und bei Self-Check-outs noch die Herausforderung, das Lichtbild des Ausweises mit dem Käufer oder der Käuferin abzugleichen. Die EUDI-Wallets basieren auf dem persönlichen Smartphone und dem persönlichen Zugang zu den EUDI-Wallets. Das schließt die Weitergabe eines Smartphones und entsprechenden Missbrauch zwar nicht grundsätzlich aus, es ist jedoch von einer sehr hohen Verlässlichkeit des Prozesses auszugehen.
Fazit: EUDI-Wallets bieten ein enormes Effizienzpotenzial bei der Altersverifikation
Die Altersverifikation betrifft einen signifikanten Teil des Handels, sowohl offline als auch online. Digitale Lösungen bieten enormes Potenzial, um gesetzliche Anforderungen effizient zu erfüllen, Prozesse zu beschleunigen und das Kundenerlebnis zu verbessern. Und mit der Einführung von EUDI-Wallets und Wallet-basierten Identitätsnachweisen steht ein Innovationsschub unmittelbar bevor: Marktstart ist im Jahr 2027. Händler und Anbieter von Produkten, die dem Jugendschutzunterliegen, sollten jetzt loslegen.
Verimi bietet bereits eine umfangreiche Plattform für Live-Testing mit allen relevanten EUDI-Wallet Umgebungen. Zudem stellt das Verimi EUDI-Gateway eine effiziente Lösung dar, um sich mit dem EUDI-Wallet Ökosystem verbinden. Sprechen Sie uns an.
